Eigentlich müsste ein Wahlkampf toben...

...weil der Berg an ungelösten Zukunftsproblemen jede Woche höher und sichtbarer wird. Über die Kluft zwischen dem, was eigentlich gemacht werden müsste und was tatsächlich gemacht wird, reflektiert Wolf-Goetz Jurjans, Kandidat zum Nationalrat im Wahlkreis Margareten. Eigentlich müssten sich die Intellektuellen und die politischen FührerInnen heftigste Auseinandersetzungen darüber liefern, wie es möglich ist, die Gesellschaft nicht mehr ausschließlich über Arbeit zu organisieren. Das klappt nämlich jetzt schon nicht mehr, wie immer mehr verarmte Menschen bei steigendem Reichtum beweisen.

Eigentlich müsste eine ganze Generation von jungen Menschen rebellieren, die keine langfristigen Ziele wie Familiengründung, Wohnung, etc. mehr verfolgen können, weil sie der Kurzlebigkeit der Ökonomie unterworfen sind.

Eigentlich müssten sich die mittlere Generation jetzt fragen, wie es in großen Gebieten Österreichs 2020 so sein wird. Wenn es dort dann so ausschaut wie im heutigen Ostdeutschland, verlassen von den Jungen und den gut ausgebildeten Menschen.

Eigentlich müssten sich gewerkschaftlich organisierte ArbeiterInnen fragen warum der ÖGB die Bilanz erst am 2. Oktober veröffentlichen wird.

Eigentlich!

Tatsächlich langweilen uns Dödelpartien wie BZÖ und FPÖ damit, wer den größeren Blödsinn zum Thema Immigration absondert.

Tatsächlich sind die letzten Tage von Alfred Gusenbauer als SPÖ Parteivorsitzender genauso spannungs- und orientierungslos wie sein bisheriges Wirken.

Tatsächlich verwundert es nicht, wenn die Grünen ihre Restprinzipien im Nirwana endlagern, um endlich in die Regierung zu kommen.

Zwischen dem, was eigentlich gemacht werden müsste und was tatsächlich gemacht wird, gibt es eine zwar wachsende, aber noch immer zu kleine KPÖ. Die maßt sich nicht an, die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben, arbeitet aber konsequent und beharrlich daran, Bewegung in die eingeschlafenen Beine der Massen zu bringen.

Weil, ohne dass die Menschen und zwar massenhaft, wieder ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen, wird keines der anstehenden Problem gelöst werden. Ich will, dass die Probleme angegangen werden und das nicht irgendwie, sonder so, dass es für die große Mehrheit der Menschen zweckmäßig und sinnvoll ist.

Wenn sie das befürworten, können sie das durch ein kleines Kreuz für die KPÖ am Stimmzettel unterstützen. Das wird die Welt am 2. Oktober zwar nicht verändern, aber die Chance, das veränderungswillige Menschen ermutigt werden, erhöhen.

Wenn sie der Meinung sind, dass man eh nichts machen kann, wählen sie die bisher im Parlament vertretenen Parteien. An welche von diesen sie ihre Stimme verlieren, ist eigentlich wurscht.


Rotpunkt - KPÖ Margareten
http://rotpunkt.kpoe.at/article.php?story=20060827094050729