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Claudia Lutz: Die Scheren müssen geschlossen werden!

  • Tuesday, 14. September 2010 @ 05:29

Vor vier Jahren, konkret zur Nationalratswahl 2006, kandidierte ich erstmals als unabhängige Kandidatin auf der Liste der KPÖ. Damals plakatierte die KPÖ den Slogan "Die Scheren müssen geschlossen werden". Damals nahm ich diesen Slogan zum Ausgangspunkt für einen Text, in dem ich meine Gründe für eine KPÖ-Kandidatur offenlegte. Und heute ist es mir als Kandidatin für die Bezirksvertretungswahl möglich, diesen Text unverändert zu übernehmen, denn seine Kernaussage ist nach wie vor aktuell, auch wenn es 2010 in Wien nicht wie vor vier Jahren österreichweit darum geht, eine konservative Bundesregierung abzuwählen, sondern das Ziel sein muss, eine sozialdemokratisch dominierte Stadt besser zu machen.

Die ÖVP ist eine Familienpartei. Eine politische Großfamilie für die bürgerliche Kleinfamilie. Immer bemüht, die Arbeitsteilung zwischen Staat, Gesellschaft und Familie - hier verstanden als der organisatorische Rahmen für das Ehrenamt der Beziehungsarbeiterinnen - stets zum Nachteil der Frauen zu gestalten. Ein Bemühen, das in den letzten zwei Legislaturperioden von Erfolg gekrönt war und sich u.a. in der aktuellen Pflegedebatte widerspiegelt. Viele Scheren gingen also in den letzten Jahren weiter auf. Die Klingen mit den Männerprivilegien rückten von den Klingen mit den vielfältigen Frauendiskriminierungen ein weiteres Stück ab.

Die Scheren müssen aber geschlossen werden! Nur kann diese Forderung nicht umgesetzt werden, solange Nuancen verändert werden, wo Brüche notwendig sind. Es hilft nämlich nichts, das reaktionäre Frauenbild der ÖVP stellenweise zu übermalen, es da und dort neu zu kolorieren, es muss einfach durch das Selbstbild der weiblichen Emanzipationsbewegung ersetzt werden.

Was hat dieser Befund mit der KPÖ zu tun? Immerhin ergibt sich die Unterstützung der KPÖ nicht zwingend aus der Klage über die Frauenpolitik der ÖVP. Die Verknüpfung, die ich zwischen KPÖ und meinem Unbehagen mit der konservativen Wende herstelle, ist folgende: Keine andere Partei weist mit so einer Vehemenz und Klarheit darauf hin, dass die Scheren solange geöffnet bleiben, solange Kapitalismus und Patriarchat die Achsen der immer mehr auseinander klaffenden Scheren bilden.