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Tierleid und Kapitalismus

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  • Wednesday, 27. September 2006 @ 00:50

Tierschutz soll nicht als Mitleidsdiskurs geführt werden. Es geht nicht um die „lieben Tiere“, sondern um Lebewesen, die wie Menschen mehr oder weniger bewusst Ansprüche an ihr Leben stellen, um es als ein gutes Leben empfinden zu können. Tiere dürfen daher – wie Menschen – nicht Opfer der kapitalistischen Profitlogik werden. Sozialismus ist die konkrete Bewegung, gemäß einem bekannten Zitat von Karl Marx, die danach trachtet, alle Verhältnisse aufzuheben, „in denen der Mensch ein erniedrigtes und geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist". Die explizite Beschränkung auf den Mensch stellt dem Ziel der sozialistischen Revolution aus Sicht der Tierrechtsbewegung kein gutes, weil speziesistisches Zeugnis aus. Ob nicht-menschliche Tiere auch nach einer erfolgten sozialistischen Umwälzung der Gesellschaft unter solchen Verhältnissen vegetieren werden oder nicht, ist nach wie vor keine Frage, die KommunistInnen wirklich unter den Fingernägeln brennt. Der Standpunkt, zuerst kommt der Mensch, dann das Vieh, der in der Befreiung der Tiere maximal ein nachgeordnetes Ziel sieht, ist - wie bei anderen politischen Weltanschauungen – breit vertreten. Ein Aufbrechen dieser Position ist auch innerhalb der KPÖ keine Frage von Tagen, sondern vielmehr von Jahren.

Dennoch hebt sich die KPÖ, nach ihren Tierschutzpositionen befragt, inhaltlich von anderen Parteien wohltuend ab (vgl. Umfrage von Vier Pfoten). Sie ist die einzige Partei, die ausdrücklich einen Zusammenhang zwischen Tierleid und kapitalistischer Profitgier herstellt, selbst in dem sehr sensiblen Bereich der medizinischen Forschung. Sie geht nicht hinter den Slogan zurück, dass Pelz Mord ist, während andere Parteien die Kennzeichnung von Echtpelz fordern. Sie hofiert nicht das gute Gewissen jener, die Fleisch essen, indem sie die Vorstellung bedient, dass Fleischproduktion ohne Tierleid möglich ist – die moralische Bewertung des Fleischkonsums ist ein anderes Thema; ein Thema, dass von der KPÖ – im Unterschied zu allen anderen Parteien – zumindest angesprochen wird: die Frage, inwieweit kann und soll man Tiere in sein ethisches System, nach dem man sein moralisches Handeln ausrichten, integrieren.