Was bleibt?

Noch immer zieren Plakate und Aufkleber der KPÖ in Margareten Stromkästen und Straßenlaternen. Doch diese Überbleibseln der Materialstreuung werden in einigen Wochen verschwunden sein. Was aber vom Wahlkampf bleiben wird, ist die Tatsache, dass es der KPÖ gelungen ist, sich als die einzige wahlpolitische Alternative zum Neoliberalismus zu positionieren. Eine Wahleinschätzung von Roman Gutsch. Gestern war ich Joggen. Im Schneckentempo. Ausgleich zum Wahlkampf. Vorbei am Stadtmobiliar, auf dem die KPÖ in Form von Aufklebern in den letzten Wochen Platz genommen hat. Der Aufkleber am Papierkorb der Straßenbahnhaltestelle wurde noch von keinen Fingernägeln belästigt. Unbeschadet hat er den Wahlkampf überstanden und was für ihn gilt, stelle ich außer Atem fest, gilt auch für die KPÖ.
Die KPÖ war schon lange nicht öffentlich so präsent wie in der vergangenen Wahlauseinandersetzung, hat Aufmerksamkeit erkämpft und kam dabei – was keine Selbstverständlichkeit ist – nicht zu Schaden. Im Gegenteil: die KPÖ hat inhaltlich Ecken gezeigt, glaubhaft, sympathisch und erfrischend radikal; Ecken, die bei anderen Parteien schon längst abgelöst oder zumindest angekratzt wurden, sofern sie je existierten.
Somit kann unabhängig vom Wahlausgang (Deportationsphantasien im Parlament, SPÖ voraussichtlich mit einem ÖVP-Programm in der Regierung) festgehalten werden, dass von der kollektiven Anstrengung des Wahlkampfes – die ich, weil in der KPÖ wirklich wunderbare Menschen aktiv sind, als sehr lustvoll und schön empfand – mehr bleiben wird, als einige hundert Aufkleber auf noch nicht privatisierten Mistkübeln. Namentlich: eine KPÖ, die sich sichtbar als linke Alternative positionieren konnte, die, wenn sie auch nicht in galoppierenden Ausmaßen wächst, doch alles andere als im Schneckentempo voran kommt. Was bleibt da anderes übrig, als den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen und den rund 47000 Menschen, die KPÖ wählten, zu beweisen, dass ihre Stimme keine verlorene war.


Rotpunkt - KPÖ Margareten
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