Themen

Termine

Es stehen keine Termine an

Willkommen bei Rotpunkt - KPÖ Margareten Thursday, 23. May 2019 @ 03:07

>

Mindestlohn - ein Neujahrswunsch

  • Monday, 1. January 2007 @ 17:55

So wie manche Neujahrsvorsätze jedes Jahr ohne Umsetzung neu gefasst werden, muss die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn immer aufs Neue aufgestellt werden, denn geregelte Arbeit – selbst bei einem Vollzeitarbeitsplatz – ist längst kein Garant mehr, über ein Einkommen zu verfügen das die Existenz sichert. Armut bzw. Armutsgefährdung trotz Arbeit ist für mehr als 6% der Besch䦴igten längst Realität. Immer mehr Berufstätige beziehen Löhne und Gehälter, die, obwohl sie dem Kollektivvertrag entsprechen, zu gering sind, um selbst einen bescheidenen Lebensunterhalt zu finanzieren. Wer behauptet, dass Arbeit vor Armut schützt, der lebt nicht in Österreich oder will den österreichischen Arbeitsmarkt nicht wahrnehmen, wie er ist. Mittlerweile existieren 42 Branchen, in denen der Kollektivvertrag ein Bruttoeinkommen unter 1000 € vorsieht, einzelne sogar unter 700 € für eine Vollzeitstelle.

Die Zahl der sogenannten Woorking Poor nimmt folglich dramatisch zu. Die Absichten der sich jetzt formierenden großen Koalition sind völlig unzureichend, um diesen Trend etwas entgegenzusetzen. Im Gegenteil: die geplante Grundsicherung – die, das soll angemerkt sein, nichts mit der KPÖ-Forderung nach einem bedingungslosem Grundeinkommen gemein hat – ist eine Einladung zu Lohndumping und kein Instrument, um es einzudämen.

Ein gesetzlicher Mindestlohn von 1300 €, das entspricht rund 8 € pro Stunde, ist notwendig und Voraussetzung dafür, dass beim nächsten Jahreswechsel GeringverdienerInnen einen besseren Start ins neue Jahr haben können.