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Ein politischer Schrägparker

  • Sunday, 4. November 2007 @ 09:30

Bezirksvorsteher Kurt Wimmer lobt sich selbst. Er tut es jedesmal in seiner Kolumne, die er in der Bezirkszeitung hat. Es tut ja sonst niemand. Es hat ja auch keiner Anlass dazu. Oder sollen wir ihn etwa dafür loben, dass er sich für ein verkehrspolitisches Missverständnis selbst auf die Schulter klopft. Wimmer forciert das Schrägparken in Margareten, um mehr Parkraum zu schaffen, um ein höheres Verkehrsaufkommen zu ermöglichen. Der sogenannte Zielverkehr – damit sind Fahrten gemeint, die in Margareten vorübergehend enden, aber nicht von hier ausgehen – wird durch diese Maßnahme zunehmen. Gleichzeitig wird die Attraktivität, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Margareten zu fahren, abnehmen, wenn im öffentlichen Straßenraum ausreichend kostenlose Stellplätze vorhanden sind und weder Geld noch Zeit ins Parken investiert werden müssen. Investitionen, die wohl nicht getätigt werden müssen, solange der Anrainerverkehr gleichzeitig in teure Garagenplätze gelotst wird.

Dieser aus ökologischer Sicht verkehrspolitische Fehler wird von Bezirksvorsteher Wimmer noch als grüne Offensive dargestellt, nur weil ein paar Bäumchen zwischen den neuen Parkplätzen gepflanzt wurden. Und er meint es ernst. Er argumentiert allen Ernstes so schräg.

Beispiel Klieberpark

Mehr Bäume und mehr Parkplätze gäbe es jetzt rund um den Klieberpark nach dem Bau der Volksgarage unter der Parkanlage, sagt Wimmer und meint, gut gemacht Herr Ing. Wimmer. Gut gemacht? Die ursprüngliche Idee der Volksgaragen, die er doch so gerne bauen lässt, hat er offenbar nie verstanden. Abgesehen davon, dass Volksgaragen am Bedarf vorbei geplant, als Subventionen an Bauträger und Garagenbetreiber konzipiert und ausgerechnet unter Parkanlagen realisiert wurden, hatten sie – zumindest am Papier – eine positive Seite. Eine Seite, die Wimmer bislang nicht aufschlug und beharrlich weiter überblättert.

Volksgaragen sollten nur den Bedarf des Quellverkehrs, d.h. der AnrainerInnen, decken. Folglich sollten nach dem Bau einer Garage Stellplätze im öffentlichen Raum verschwinden, und zwar im selben Ausmaß. Kurzum: die Idee war, Autos in Garagen zu bringen, nicht nur um mehr Kostenwahrheit herzustellen, sondern um in erster Linie die Lebensqualität im Bezirk durch mehr Grün- und Erholungsraum und weniger Zielverkehr zu heben.

Welchen ökologischen, verkehrspolitischen Nutzen hat der Bau der Klieberparkgarage mit 142 Stellplätzen, wenn im Gegenzug im unmittelbaren Einzugsbereich kaum Parkplätze durch die Umstellung aufs Schrägparken verschwanden? Wimmer jubelt über das Plus an Parkplätzen! Aber worüber jubelt er da? Rechtfertigen ein paar dünne Ersatzpflanzungen die Tatsache, dass dem vermeidbaren und dennoch stetig anwachsenden Zielverkehr kostenloser Parkraum in Margareten zur Verfügung gestellt wird, während von den AnrainerInnen erwartet wird, kostenlosen Parkraum gegen kostenintensive Garagenplätze zu tauschen?