BV Wimmer, der Guerillero der Margaretner Wirtschaftsmächtigen

Der SPÖ-Bezirksvorsteher versteht sich als Vertreter einiger großer Wirtschaftsmächtigen des Bezirks. Grund- und Hausbesitzer, Immobilienfritzen und Fitnessunternehmer. Ein Kommentar von Bezirksrat in spe Wolf Jurjans über das Amtsverständnis von BV Kurt Wimmer. Es ist Kurt Wimmer peinlich, dass Margareten ein Arbeiterbezirk ist. Er will, so sagt er, dass der Bezirk ein geiler Event Bezirk wird. Die große Mehrheit der Einwohner bleibt dann die Kulisse.

Im Schlossquadrat hängt jetzt ein Plakat, das der Schlossquadratherr produziert hat. Es zeigt unseren Bezirksvorsteher Kurt (ohne Helm und ohne Gurt), aber im Klischee des Che Guevara. Nachdem also der Herr Strache als Stra Che die ganz Dummen beeindrucken wollte, versucht sich nun Herr Wimmer in der Pose des kubanischen Revolutionärs. Wen er damit beeindrucken will, außer sich selbst, weiß ich nicht.

Wenn der Kurt Wimmer das für lustig findet, ist das seine Sache. Dass sich der SPÖ-Bezirksvorsteher von einem Großkapitalisten als Guerillero für die Interessen der Margaretner Wirtschaft kostümieren lässt, ist schlicht bizarr und Teil der nächsten Folge vom Kaisermühlen Blues. Dass aber keiner der SPÖ-Mitglieder ihn darauf aufmerksam macht, dass das so nicht geht, dass man sich nicht zum Gespött des objektiven Gegners machen lassen darf, finde ich traurig.

Wenn ich mir einen Bezirksvorsteher wünschen darf, dann einen, der sich tatsächlich mutig für die Schwachen der Margaretner Gesellschaft einsetzt, der die Interessen des Kleinhandels und der Kleingewerbetreibenden ernst nimmt und der die Bevölkerung zur Mitarbeit aufruft, wenn es gegen Wettbüros und Spielhöllen geht, die die Armen noch ärmer machen. Einen, der um jeden Zentimeter Grünfläche kämpft, der für die Großen, die Konzerne und die Stadtregierung unbequem ist, weil er sein Mandat ernst nimmt.

All das tut der jetzige Bezirksvorsteher nicht. Er wird aber weiterhin BV bleiben. Ich denke, dass KPÖ-VertreterInnen im Bezirksrat einen positiven Einfluss auf ihn und sein Amtsverständnis haben können.

Nur ein Beispiel: Die vielen Leerstehungen, die verlassenen Geschäftslokale neben Wettbüros auf der trostlosen Reinprechtsdorferstraße, zeigen eine Reihe von haarsträubenden Fehlern in der Bezirksentwicklung auf, für die der BV und das Rathaus verantwortlich sind. Die Wettbüros sind eine Folge dieser schweren Fehler. Aber auch hier wollen wir keine Versprechungen machen, aber die Hoffnung ausdrücken, dass mit Hilfe aller daran Interessierten und Betroffenen eine Reinprechtsdorferstraße mit hoher Lebensqualität und wenig Durchzugverkehr, eine richtig lebendige Hauptstraße eben, entsteht kann, wenn wir das wollen. Wir werden dazu unsere Ideen im Bezirksrat einbringen.


Rotpunkt - KPÖ Margareten
http://rotpunkt.kpoe.at/article.php?story=2010100208222863