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polycollege Buchhandlung darf nicht geschlossen werden!

  • Tuesday, 30. November 2010 @ 22:40
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Auf Beschluss der Gesch├Ąftsf├╝hrung der Volkshochschule GmbH soll die polycollege Buchhandlung auf der Reinprechtsdorfer Stra├če 38 in Wien Margareten aus "wirtschaftlichen" Gr├╝nden geschlossen werden. Diese Entscheidung ist falsch und inakzeptabel.

Wir fordern:
Die sofortige R├╝cknahme der K├╝ndigungen, die Aussetzung des Schlie├čungsbeschlusses und die Einberufung eines Runden Tisches. Dort sollen alle Verantwortlichen und Betroffenen Mittel und Ma├čnahmen mit dem Ziel verhandeln, die Zukunft der (vorletzten) Margaretner Buchhandlung und ihrer wichtigen Funktion als lokale, kulturelle Nahversorgung bzw. als volksbildnerische Schnittstelle in Zeiten dynamischer, gesellschaftlicher Herausforderungen zu sichern.
Begr├╝ndung:
Die polycollege Buchhandlung ist als unverzichtbarer kultureller Nahversorger ein wichtiger Teil der sozialen und bildungspolitischen Infrastruktur des 5. Bezirks. Der Bedarf an qualit├Ątsvoller Literatur und hochwertiger Information ist in einer Situation gesellschaftlichen Wandels im Steigen begriffen und kann durch Leerstehungen, Billigshops oder Spiellokale nicht gedeckt werden.
Sowohl f├╝r die Entwicklung der Reinprechtsdorfer Stra├če zur attraktiven Einkaufsstra├če wie f├╝r die Entwicklung Margaretens zu einem Musterbezirk ist die fatale Schlie├čungsentscheidung kontraproduktiv.
Das Polycollege, das jahrzehntelang eine progressive, bezirksidentit├Ątsstiftende Rolle gespielt hat, ist aufgefordert, dem Beschluss der zentralen Gesch├Ąftsf├╝hrung der Volkshochschul GmbH zu widersprechen und sich der Grundidee der VHS zu erinnern: "... die von der Schule in der Volksbildung gelassenen L├╝cken zu erg├Ąnzen und dadurch die gegenw├Ąrtige und insbesondere die k├╝nftige Generation zum Kampfe um's Dasein zu st├Ąrken."

Die Schlie├čung ist, auf Grundlage der Umwandlung des Vereins zu einer Ges.m.b.H., konkreter Ausdruck einer politischen Fehlentwicklung, die (Volks)Bildung als rein kommerziellen Vorgang versteht und damit den notwendigen gesellschaftspolitischen Auftrag verkennt und negiert. In einer Zeit, in der Gesinnungen gest├Ąrkt und gef├Ârdert werden, die, wie wir aus der Geschichte wissen, dazu neigen, B├╝chern zu verbrennen, ist die Schlie├čung einer Buchhandlung der Volkshochschule ein Alarmzeichen, dass eine entschlossene, vielf├Ąltige und erfolgreiche Intervention erfordert.

Wir wenden uns an alle KundInnen der Buchhandlung, die BesucherInnen und VertreterInnen des Polycolleges St├Âbergasse, an die Literatur- und Kulturschaffenden, an die Bildungsverantwortlichen des 5. Bezirkes, die Bildungs- und Kulturverantwortlichen aus den Gewerkschaften und der Arbeiterkammer, die ├Ârtliche Kaufmannschaft, BV Kurt Wimmer, die Mitglieder der Bezirksvertretung, die politischen Parteien des Bezirks und alle MargaretnerInnen und WienerInnen, denen bewusst ist, dass es angesichts eines immer klarer werdenden bildungspolitischen Defizites Bildungsoffensiven statt die Schlie├čung von Buchhandlungen braucht.

Der Abbau von qualifizierten Arbeitspl├Ątzen mit einem hohen Kundenbetreuungsniveau ist schlu├čendlich mit der Zielsetzung "Margareten muss besser werden" nicht vereinbar.

Desig. Margaretner KP- Bezirksrat Wolf Jurjans

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