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Offener Brief an den “Schloßquadrat”-Herrn Stefan Gergely

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  • Thursday, 7. June 2012 @ 23:14


Am 31. Mai 2012, dem Tag, an dem Bezirksvorsteher Kurt Wimmer zur vierten “Margaretner Kunst- und Kulturmesse” in den Festsaal des Amtshauses Margareten geladen hatte, mußte ich erfahren, dass das Atelier von Frau Nina Rabinowic am Margaretenplatz geschlossen werden soll.
Das Atelier jener Malerin, vor deren Bildern BV Wimmer sich eben stolz hatte fotografieren lassen. Das Atelier soll nicht nur einfach geschlossen werden, sondern, sollte es bis 30.6. nicht geräumt sein, Sie diesen unerfreulichen Vorgang mittels Delogierungsandrohung durchsetzen werden.

Die mir bekannte Ursache Ihres, mir unverständlichen Handelns ist ein Nachbarschaftskonflikt der Künstlerin mit einem Ateliernachbarn. Seit 23 Jahren nutzt die Künstlerin diese bescheidenen 21 m², um ihr Werk zu präsentieren, um Gespräche, auch viele über Margareten, zu initiieren, gehört sie, die in Leningrad Geborene und dieser Raum für Kenner zum Margaretenplatz, wie die Margarethe von Antiochien.

Die Vorstellung, dass Sie, der Kunst- und Kulturbeflissene, diesen Raum der Kunst und Kultur schließen wollen, trifft auf meine Verständnis- aber nicht Sprachlosigkeit.

Sie haben recht, wenn Sie sagen, es ist Ihr Bier, wen Sie in Ihren Häusern beherbergen oder absiedeln wollen. Und um es mit Ernst Hnterberger zu sagen “Ihr Bier ist nicht deppert.”
Genau in dieser Tatsache aber, dass es einerseits Ihr Bier ist, ich Sie andererseits als sehr ideenreich im Verfolgen Ihrer Interessen kenne, sehe ich die Möglichkeit und Chance, aus einer Lose-Lose- eine Win-Win-Situation zu machen. Also unnötige Verluste, die da sind, Frau Rabinowics Atelier und Ihr Gesicht, zu vermeiden.

Ich ersuche Sie, in einer, Ihrem Talent gerecht werdenden Volte, das vorerst unrühmliche Blatt zu wenden und damit ein neues, konstruktives Kapitel Ihrer Margaretner Vita aufzuschlagen.

Als ein Mann, der in die Annalen des Bezirks eingehen wird, kennen Sie sicherlich Franz Haydinger, der im 19. Jahrhundert in der Gartengasse das Wirtshaus “Zu den zwei Krügerln” führte. Dieser bibliophile Wirt hinterließ letztlich eine Bibliothek von 16.000 Bänden, deren Rückgabe an die Öffentlichkeit er über eine Versteigerung verfügte.

Diese Rückgabegefahr von Gütern besteht m. M. bei Ihnen nicht. Sie könnten aber den MargaretnerInnen und Margaretnern durch souveränes Handeln den Glauben an Wunder zurückgeben, der Dank der Ungläubigen wie der Gläubigen wäre Ihnen sicher.

Abschließend noch ein Ersuchen. Sie, Frau Rabinowic und ich sind vielbeschäftigte, umtriebige ZeitgenossInnen. Als Meister der Ökonomie werden Sie mir recht geben, wenn ich sage: Sparen wir uns aufwendige Levitenlesungen, kräfteraubenden Ärger und nicht durchführbare Atelierveranstaltungen.

Mit Bezirksvorsteher Wimmer, dem Kunstbegeisterten, mit den Stadträtinnen Frauenberger, der Wien Charta-Befassten, und Brauner, der Standortbewussten, steht Ihnen außerdem ein Spitzenteam mit Konfliktlösungspotential und Schloßquadraterfahrung zur Verfügung, das, den 3 Musketieren gleich, mit Ihnen als D`Artagnan, helfen kann, sich für Recht, Gerechtigkeit, Kunst und Kultur im Herzen von Wien einzusetzen.

Für den Weiterbestand des Ateliers von Frau Nina Rabinowic am Margaretenplatz.
Für Bezirksfestwochen, die derart einen unerwarteten Höhepunkt dazugewonnen haben werden.
Für eine solidarische Gesellschaft in Margareten.

Ihr Ex-Margaretenplatz 2 Hausbewohner und Neo KP Bezirksrat
Wolf-Goetz Jurjans