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Wien-Wahl 2020: UNERSCHWINGLICHE MIETEN UND LEER STEHENDE WOHNUNGEN UND LOKALE?

  • Monday, 7. September 2020 @ 06:00

„Der Mensch bewegt sich ständig in Räumen“, hat die Margaretnerin, Grete Schütte Lihotzky, die erste österreichische Architektin und kommunistische Widerstandskämpferin gegen den Faschismus einmal in den 80ern gesagt.
Heute – in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie – klingt das noch prophetischer als damals! Wien wächst und die Menschen brauchen mehr Räume. Mehr Wohnungen, mehr Lokale und Geschäfte, mehr öffentlich zugängliche Räume ohne Konsumzwang.
Deshalb wird in den großen Außenbezirken von Wien auch wie wild gebaut. Leider nicht von der Gemeinde Wien, sondern von privaten Bauträgern – oft öffentlich gefördert. Obwohl alle wissen, dass der öffentliche Wohnbau die wirksamste Bremse für die ständig steigenden Mieten ist.
Und wie schaut das in den Bezirken innerhalb des Gürtels, wie schaut’s in Margareten aus?

Da wird sehr wenig gebaut. Die wenigen Grünflächen dürfen auch auf keinen Fall verbaut werden!
Tatsache ist aber, dass bei weitem nicht alle Räume, die zum Wohnen gebaut wurden, auch als Wohnungen genutzt werden. Da gibt es leer stehende Wohnungen mit denen große Investoren spekulieren. Es gibt viele Arzt- oder Rechtsanwaltsbüros, die in Wohnungen statt in den Erdgeschoßlokalen untergebracht sind. Es dauert oft sehr, sehr lange bis Wiener Wohnen eine Wohnung neu vergibt, weil die Renovierung nicht zeitnah durchgeführt wird. Und nicht zuletzt gibt es Investoren die viele Wohnungen aufkaufen und über Airbnb oder ähnliche Internetplattformen teuer an TouristInnen weitervermieten.
Daneben stehen aber hunderte Erdgeschoßlokale – auch in den Gemeindebauten – leer. Das ist nach wie vor eines der Probleme, die die Reinprechtsdorfer Straße nicht gerade attraktiv machen. Zunächst wurde ein Wettlokal nach dem anderen eröffnet und nun herrscht wieder gähnende Leere.

• Jeder Wohnraum, der nicht zu eigenen Wohnzwecken genützt wird, muss hoch besteuert werden. Die Mehrwertsteuer auf Mieten und Betriebskosten soll aber abgeschafft werden.

• Der öffentliche Wohnbau muss von der Gemeinde wieder ernsthaft aufgenommen werden, um die Preise am Wohnungsmarkt unter Druck zu setzen und Menschen mit geringen Einkommen raschen Zugang zu Gemeindewohnungen zu geben.

• Gesetzliche Mietzinsobergrenzen müssen wieder eingeführt werden.

• Die Befristungen von Mietverträgen, die Menschen in Wien zu Tausenden jährlich zwingen zu übersiedeln, müssen wieder sehr strengen Beschränkungen unterliegen.

• Erdgeschoßlokale, die länger als 1 Jahr leer stehen, müssen Initiativen, Kulturschaffenden und Projekten zumindest für 5 Jahre überlassen werden und nur die Betriebskosten sind zu bezahlen.

links-wien.at