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Wien-Wahl 2020: FÜR EIN ANTIFASCHISTISCHES MARGARETEN

  • Friday, 11. September 2020 @ 06:00

Am 4. März, 2020, versammelten sich über 100 Menschen unter dem Namen „Margareten gegen Rechts“ um sich gegen die Eröffnung eines Zentrums der rechtsradikalen „Identitären Bewegung“ in der Ramperstorffergasse zu wehren. Der Andrang war überwältigend. Einige Menschen mussten sogar draußen stehen oder nach Hause gehen, weil sie keinen Platz mehr bekommen hatten. Ein klares Zeichen, dass Faschismus und Rechtsextremismus in einem vielfältigen und sozialen Bezirk wie Margareten keinen Platz haben.

Die „Identitäre Bewegung“ ist eine internationale Gruppe organisierter Neonazis, die versuchen durch ihr vermeintlich hippes und junges Auftreten neue Menschen für ihr rassistisches, sexistisches und homophobes Weltbild zu begeistern. Unter dem Deckmantel des Patriotismus übten sie teilweise gewalttätige Aktionen gegen Flüchtlinge, Muslim*innen und linke Gruppierungen aus. Der Wiener Ableger der Gruppe kam nicht zuletzt in die Medien wegen aufgedeckten Verbindungen zum Christchurch-Attentäter, der bei einem Terroranschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland über 50 Menschen tötete.

In einer Demokratie reicht es bei einer menschenfeindlichen Ideologie wie dem Faschismus nicht, einfach nicht faschistisch zu sein – man muss sich klar anti-faschistisch positionieren. Denn eines der wichtigsten demokratischen Prinzipien ist es, Minderheiten zu schützen. Auch die Geschichte unseres Bezirks ist ein Beweis dafür, dass der Faschismus ganze Gemeinschaften auslöschen kann. Denn vom vielfältigen jüdischen Leben in Margareten ist heute nichts mehr übrig. Als Nachkommin von Holocaust-Überlebenden, jiddische Sängerin und Jüdin in Margareten berührt es mich also umso mehr, dass sich der Bezirk heute so klar gegen Rechts positioniert.

Antifaschismus ist für mich eine existentielle Notwendigkeit. Doch Rechtsextreme in Wien sind heute weniger eine direkte Bedrohung für die jüdische Minderheit und mehr für Migrant*innen, Flüchtlinge, Muslim*innen, oder Menschen mit anderer Hautfarbe (People of Color). Auch die jüngsten Angriffe der türkisch-faschistischen „Grauen Wölfe“ gegen eine kurdische Frauenbewegung und ein antifaschistisches Grätzlzentrum beweisen, dass Faschismus heute viele verschiede Formen annehmen kann. Antifaschismus bedeutet daher für mich in erster Linie Solidarität mit anderen Minderheiten.

Doch was kann man gegen Faschismus tun? Das effektivste antifaschistische Mittel sind noch immer selbstorganisierte, lokale „grassroots“ Initiativen. Die Bürger*inneninitative „Margareten gegen Rechts“ ist ein perfektes Beispiel dafür, und der Andrang . Ich kandidiere für LINKS-KPÖ um mich für ein antifaschistisches Margareten einzusetzen, in dem rechtsradikale Gruppen wie die Identitären keinen Platz haben. Ein soziales Margareten, in dem Minderheiten vor rechtsradikalen Angriffen geschützt werden. Ein vielfältiges Margareten, dass auf Respekt, Toleranz und ein friedliches Miteinander wert legt.

isabelfrey.com

links-wien.at