Willkommen bei Rotpunkt - KPÖ Margareten Sunday, 25. October 2020 @ 00:42

Wien-Wahl 2020: MEIN ARBEITSPLATZ KOSTET GELD.

  • Monday, 14. September 2020 @ 06:00

Um ein Missverständnis zu vermeiden: Wenn ich auf die Frage, ob ich von der Kunst leben kann, mit einem „Ja“ antworte, dann meine ich nicht das Leben eines Pop-Stars; auch nicht, dass ich gut verdiene. Ich meine damit, dass ich mich mit einem Einkommen, das unter dem Existenzminimum liegt begnüge, weil ich meine Arbeit liebe, sie nicht aufgeben will und mein Leben dementsprechend gestalten muss.

Und das ist oft mühsam, unbefriedigend, frustrierend. Mühsam, wenn ich mich dafür rechtfertigen muss, nicht „ordentlich“ zu arbeiten. Unbefriedigend, wenn ich alles investiere und wenig zurückkommt. Frustrierend, wenn mir dann immer noch gesagt wird, ich müsste der Gesellschaft jetzt schon endlich einmal etwas „zurückgeben“. Und ich würde ja gerne noch mehr geben, aber wie soll ich das machen, wenn der Arbeitsplatz soviel mehr kostet, als die Arbeit einbringt? Ich wäre mit Sicherheit in einigen wenigen Monaten pleite, würde ich einen für meine Tätigkeit adäquaten Arbeitsplatz mieten. Und auch die günstigen und als sozial getarnt „niedrigen“ Mieten für einen Arbeitsplatz, wie ich ihn brauche, würden mir das Genick brechen.

Es tut weh, wenn ich mich mit vier Quadratmetern begnüge, um mich gerade noch so um ein kleines Stück dem annähern zu können, wovon ich träume und gleichzeitig beobachte, wie riesige Räumlichkeiten in Privatbesitz leer stehen, die ich gut brauchen könnte und um die ich mich auch kümmern, sie bepflegen würde und sie im leeren Zustand ja nur Kosten verursachen (was für eine Verschwendung!), das aber eh nichts macht, weil für den Besitzer oder die Besitzerin diese Kosten nur Peanuts sind, sie also keine Notwendigkeit darin sehen, sie konstruktiv zu nutzen. Wo bleibt d e r e n Teil für die Gesellschaft? Was arbeiten s i e „Ordentliches“? Sie besitzen diese Flächen. Was davon „geben“ s i e der Gesellschaft „zurück“? Die Reichtümer sind da. Ich will sie nutzen, um neuen Reichtum zu schaffen. Gesellschaftlichen Reichtum nämlich. Weil: Ich sehe die Notwendigkeit.

Meine Forderung: Vergesellschaftung von Leerständen und die breite Vergabe von solchen, die sich nicht zu Wohnzwecken eignen, als Arbeitsateliers und gemeinschaftliche Ausstellungsflächen an Kunst- und Kulturschaffende mit Arbeitsplatzbedarf, die unter €18.000,-/Jahr verdienen, zum Betriebskostenpreis pro Quadratmeter und einer zusätzlichen finanziellen Förderung für jene, die unter der Steuergrenze von €11.000,-/Jahr verdienen, abgewickelt durch die Stadt Wien, die dadurch zu einer beispiellosen Vorreiterin in der Ermöglichung freier Kunst- und Kulturproduktion werden könnte.

links-wien.at