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Austrophil ist grenzdebil

  • Tuesday, 2. January 2007 @ 17:56

BZÖ und FPÖ behaupten von sich, österreichfreundlich zu sein. Fein, dass sich debil auf austrophil reimt. Noch feiner, dass dieser Reim auf alle Blauen und Orangen anwendbar ist. Vom Feinsten, was Benjamin Turecek mit einem Höchtmaß an Heimatfeindlichkeit aus diesem Zusammenhang macht: einen kaberettistischen Beitrag zur Zerstörung Österreichs. Sein Stück "Benjamin) Z(erstört) Ö(sterreich)" ist am 24. Jänner 2007 bei freiem Eintritt im Rotpunkt zu sehen. Das politische Kabarett wird in regelmäßigen Abständen für tot erklärt. Jetzt hat es Benjamin Turecek zwar nicht wiedererweckt, aber zumindest um seine befreiende Radikalität bereichert, denn sein Programm "B(enjamin) Z(erstört) Ö(sterreich)" bremst sich nicht ein, wenn es den freiheitlichen Chauvinismus hinter sich lässt und auf die politische Mitte zusteuert.

Konsenskabarett in dem Sinne, dass Gusenbauer nur ein anderer Friseur empfohlen, Van der Bellen maximal der Missbrauch von Schlafmitteln unterstellt werden darf, ihre Politik aber weitgehend sakrosankt bleiben muss, um das Publikum nicht zu vergrämen, steht Benjamin Turecek fern. So konnte er zum Beispiel den Slogan, "Ich wähle grün, da Gehrer an meiner Bildung genug gespart hat", in einer Wahlkampfsatire wörtlich nehmen. Er schrieb: "Richtig, hätte Gehrer nicht an meiner Bildung gespart, das heißt, wäre ich gebildet, würde ich nicht grün wählen."

Die Jury vom "Comedy Knock Out", die Turecek den Hauptpreis zusprach, sah in dieser politischen Schonungslosigkeit des Nachwuchskabarettisten ein großes Potential, jedenfalls ist sie ein Garant dafür, dass sein Programm nicht automatisch ein Wohlfühlprogramm für jene ist, die nicht zu einem braunen Onkel aufschauen. So leicht kann man sich der Satire von Turecek nicht entziehen.

24. Jänner 2007
Beginn: 19:30 Uhr
Rotpunkt
Reinprechtsdorferstraße 6
1050 Wien
Eintritt frei!