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Zahnstocher als Stadtbäume

  • Tuesday, 23. January 2007 @ 12:57

Ersatzpflanzungen für gefällte Bäume sind gesetzlich vorgeschrieben. Jedoch Bäumchen, deren Stämme aus der Entfernung wie überdimensionierte Zahnstocher aussehen, sind ein Pflanz und keine den entfernten Stadtbaum ersetzende Pflanzung. Ein Lokalaugenschein in Margareten. Der Erhalt und die Pflege von Bäumen im städtischen Raum ist aus vielen Gründen sinnvoll: Bäume schirmen ab, bilden dadurch Ruhezonen und nicht einsehbare Räume. Bäume wirkend beruhigend und haben Erlebniswert. Bäume produzieren Sauerstoff und binden Schadstoffe und fördern demnach die Lufthygiene. Bäume schützen vor Wind und tragen zum Temperaturausgleich bei, beeinflussen folglich das Kleinklima in den Betonfluchten der Großstadt. Bäume sind ein unverzichtbares städtebauliches Gestaltungsmoment mit hohem architektonischen Wert und sie befestigen Böden und fördern die Verkehrssicherheit – Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit, Blendschutz usw.

Und da all diese Funktionen ein Stadtbaum erst im vollem Ausmaß erfüllen kann, wenn er eine gewisse Größe erreicht hat, ist es nicht unerheblich, in welchem Ausmaß für einen gefällten Baum Ersatzpflanzungen vorgenommen werden. Demnach ist es nicht nur aus Gründen der Umweltpolitik bedenklich, wenn Ersatzpflanzungen u.a. ökonomischen Interessen, die hinter rücksichtslosen Bauvorhaben stehen, untergeordnet werden. Man denke hier nur an die bereits umgesetzten oder sich in Planung befindlichen Volksgaragen. Die getätigten Ersatzpflanzungen werden nie, weil das Erdschicht über den Garagen einfach zu dünn ist, die gefällten gesunden Bäume, die zum Teil im Nachhinein als krank tituliert wurden, ersetzen können.

Salzstangen aus Holz – die Situation in Margareten

An sich existiert in Margareten der einstimme Beschluß der Bezirksvertretung, dass vier Wochen vor der Rodung eines Baumes eine Tafel vor Ort installiert werden muss, um die Bevölkerung über den Grund der bevorstehenden Baumentfernung und über die Örtlichkeit und das Ausmaß der allfälligen Ersatzpflanzung zu informieren. Nur diese Information erfolgte nicht immer. Eine Ankündigung auf der Webseite des Bezirks, wie sie der einst beschlossene Antrag anregte, blieb bislang immer aus. Eine Erklärung, warum die Bezirksvertretung ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht wird, ist, dass viele im Bezirk getätigten Pflanzungen einfach ein Pflanz sind. Ein Beispiel: Aufgrund der Volksgarage Klieberpark mussten in Margareten einige zusätzliche sogenannte Baumscheiben errichtet werden. Und seit einigen Wochen können daher in der Straußengasse Bäumchen bewundert werden, die kaum dicker als Salzstangen sind.

Forderung der KPÖ-Margareten

Das Wiener Baumschutzgesetz – das, nebenbei bemerkt, in vielerlei Hinsicht überarbeitet gehört – sieht pro angefangenen 15 cm Stammumfang des zu entfernenden Baumes einen Ersatzbaum mit einem Stammumfang von 8 bis 15 cm vor. Die Orientierung an der gesetzlichen Untergrenze ist nicht im Sinne der Bevölkerung, wird der Bedeutung des Stadtbaumes nicht voll gerecht. Bei Ersatzpflanzungen in Margareten sollen daher künftig nur Bäume herangezogen werden, die bereits einen Stammumfang von mindestens 15 cm haben.


Gefordertes Minimum: ein Baumumfang von 15 cm