Willkommen bei Rotpunkt - KPÖ Margareten Thursday, 2. December 2021 @ 16:08

Stammtischpolitik der KPÖ-Wien

  • Thursday, 25. January 2007 @ 14:16

Prekär leben zu müssen, wird vielfach als individuelles Versagen gedeutet, so als wäre der alltäglich gewordene soziale Seilakt ohne Netz der eigenen Unzulänglichkeit geschuldet. Der Sozialstammtisch der KPÖ-Wien wurde initiiert, um Betroffenen bewußt zu machen, dass Prekarisierung ein politisches, ökonomisches und kulturelles Phänomen und kein Einzelschicksal ist, das abgewendet hätte werden können. Wo sich die entscheidenden Hebeln befinden, die einfach umgelegt werden müssen, damit die gesellschaftliche Entwicklung nicht weiter in Richtung Prekarisierung läuft, wird auch der Sozialstammtisch nicht endgültig ausfindig machen können. Was er leisten soll, ist, analog zu den Selbstfindungsgruppen feministischer Frauen in den 70er Jahren, den Betroffenen ihre Lage bewußt zu machen, helfen, sie zu verstehen.

Es ist notwendig und zu wünschen, dass prekär Lebende die Unsicherheit ihrer Existenz nicht länger selbstzerstörerisch interpretieren und jegliches Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit verlieren. Das Begreifen, dass das Private politisch ist und zum Ausgangspunkt politischer Organisation gemacht werden kann, will der Sozialstammtisch fördern.

Selbstfindung in dem Sinne, dass die Ursachen für die eigene Lage bewußt werden, schließt demnach die Durchsetzung von politischen Interessen nicht aus, im Gegenteil: das eine bedingt das andere. Folglich ist der Sozialstammtisch nicht als klassische Selbsthilfegruppe zu verstehen, auch wenn das Prekariat keine Hilfe außer von sich selbst erwarten darf.

Nächstes Treffen:
Dienstag, 13. Februar, 18:00 im 7Stern
Thema: Von der Ich-AG zur Wir-AG
Kontakt: Heidi Ambrosch, Tel.: 0676/6969007

Mehr Informationen unter:
www.ich-lebe-prekaer.at (ab Februar online)