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Umverteilung von Grünraum

  • Wednesday, 21. May 2008 @ 12:52

Grünraum ist im dichtesten besiedelten Bezirk Wiens, Margareten, Mangel. Erfreulich ist, dass ein Zuwachs zu verzeichnen ist. Der Wehmutstropfen an diesem Zuwachs auf 15% der Gesamtfläche ist, das er nicht auf öffentlich zugängliche Flächen zurückzuführen ist. Denn auch Grünraum kann von unten nach oben – im wörtlichen und übertragenen Sinne – umverteilt werden. Entsprechend dem BiotopMonitoring (dabei handelt es sich um eine Infrarotauswertung des Stadtgebiets von einem Flugzeug aus) der Umweltschutzabteilung gibt es heute in Margareten mehr Grünraum als vor drei Jahren. Wenn man entlang der Reinprechtsdorferstraße oder der Schönbrunnerstraße geht, möchte man an diesem Ergebnis zweifeln. Der Zuwachs findet ja auch nicht unten, für jeden sichtbar und erlebbar statt. Der Zuwachs findet oben und hinter verschossenen Türen statt. Der Anstieg ist nämlich auf die wachsende Anzahl privater Dachgärten und begrünter Innenhöfe zurückzuführen.

Vielfach werden alte Mietshäuser aufgestockt, um teure Eigentumswohnungen mit großzügigen Terrassen zu schaffen. Auf die alteingesessenen MieterInnen wird nicht selten Druck ausgeübt, damit das gesamte Wohnhaus in Eigentum umgewandelt werden kann. Das Mehr an Bäumen ist somit auch Ausdruck einer Umverteilung von unten nach oben.

Bezirksvorsteher Wimmer, der im Kurier vorgab, jeden einzelnen Baum in Margareten persönlich beim Namen zu kennen und über ihn berichten zu können, erzählt aber zu keinen der 3483 Bäumen, die es in Margareten gibt, die Geschichte, dass er nur wenigen Wohlhabenderen Schatten spendet und das Kleinklima verbessert.