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Gastkommentar von RespekTiere

  • Monday, 25. August 2008 @ 18:27

In einem Gastkommentar erklärt der Tierrechtsaktivist Thomas Putzgruber am Beispiel des Schächtens, warum die österreichische Tierschutzbewegung Tierschutz in der Verfassung verankert sehen möchte. Gastkommentar

Warum „Tierschutz in die Verfassung“? Ein Beispiel: der deutsche Sender SWR strahle zuletzt dankenswerter Weise eine sehr schächtkritische Sendung aus. Im Rahmen dieses Berichtes wird für jedermann/frau erkennbar – Schächten widerspricht jedem Tierschutzgedanken, erstickt Tierliebe im Keim und läuft entgegen jedem ethischen sowie moralischen Empfinden. Schächten ist ein Reizwort, zugegeben. Aber wer, wenn nicht wir, sollte sich an diese Thematik heranwagen? Proteste gegen diese Tötungsart haben so gar nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, nur solche, welche selbst ein Problem mit jener Thematik haben – egal von welcher Seite auch immer kommend – werden etwas derart absurdes behaupten. Und nur solche werden Ausländerfeindlichkeit in diesem Zusammenhang instrumentalisieren, weil Nachdenkende können gar nicht anders handeln als Schächten, egal zu welchem Zweck und zu welchem Anlass auch immer durchgeführt, zu verurteilen. Schaut Euch die sterbenden Tiere an, schaut in deren Augen, schaut auf deren geschundene Körper, und niemals wieder kann irgend jemand der oder die reinen Herzens ist anderes behaupten als dass es sich hier um unglaubliche barbarischste Quälerei handelt!

Ausländerfeindlich? Wie schizophren müsste man gerade als ÖsterreichIn sein, wir, die wir auf nicht einmal 84 000 qkm Staatsfläche leben, und dadurch auf 509 916 000 qkm Erdoberfläche lupenreine Ausländer sind?????

Der SWR präsentiert unabhängige Studien, die sehr eindeutig für alle Zeiten festlegen, dass Schächten als eine Tierquälerei ersten Ranges angesehen werden muss. So eindeutig, dass sich die deutsche Tierärztekammer zu einem öffentlichen Auftritt veranlasst sah und nun eine vehemente Position mit nur zu klaren Aussagen vertritt.

Der Bericht verdeutlich aber leider auch folgende Tatsache: Deutschland hat Tierschutz bravouröser Weise längst in den Verfassungsrang erhoben! Trotzdem gibt es dort kein allgemeines Schächtverbot, weil religiöse Interessen anscheinend dominant gegenüber tierlichen auftreten. Wie auch immer, deutsche TierschützerInnen haben dennoch eine Stütze in ihrem Kampf, eine Stütze, welche ein absolutes Schächtverbot, wie in der Schweiz, in Schweden, Litauen und Liechtenstein seit langer Zeit existent, letztendlich durchzusetzen imstande sein wird. Uns fehlt derartiges völlig, wir führen daher einen umso aussichtsloseren Kampf.

Religionsfreiheit ist, Gott, Allah, Buddha und allen da oben und in und um uns sein Dank, in der österreichischen Verfassung verankert – Tierschutz nicht! Religionsfreiheit wiegt demnach sehr viel schwerer und erst Tierschutz in der Verfassung wird ein diesbezügliches Gleichgewicht herstellen, welches uns in die Position bringt, ein Schächtverbot durchzusetzen.

Bitte besuchen Sie die Kampagnenseite Tierschutz in die Verfassung und unterschreiben Sie die Petition!
Thomas Putzgruber